Schützengilde in der Fremde erfolgreich! 🍀

28.10.2020 | Tamara Böllath |
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Auch im ersten Auswärtsspiel der noch jungen Frauen-Bayernligasaison zeigt die Schützengilde Bayreuth ihre Klasse und fährt bei Unter Uns Bad Neustadt einen deutlichen 7:1 Erfolg ein.

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Auch im ersten Auswärtsspiel der noch jungen Frauen-Bayernligasaison zeigt die Schützengilde Bayreuth ihre Klasse und fährt bei Unter Uns Bad Neustadt einen deutlichen 7:1 Erfolg ein.

Mit jetzt 4:0 Punkten belegen die Schützinnen nur einen Mannschaftspunkt getrennt vom TV Eibach 03 Rang zwei der Nordstaffel. Vor allem im Abräumen (1.078:1.011) erspielte sich der Bundesligaabsteiger klare Vorteile.

Schon das Startduo konnte doppelt punkten. Stefanie Landmann (564) und Tamara Böllath (524) setzten sich jeweils 3:1 gegen Natalie Guck (521) und Dorothea Popp (525) durch.

Auch im Anschluss ließen Verena Lehner und Ann-Cathrin Haberstumpf nicht locker. Lehner (507) bezwang Bettina Behr (501) mit 3:1 und Haberstumpf (519) fertigte die schwache Juliane Probst (464) sogar 4:0 ab.

So lautete auch die Führung vor dem Schlussanschnitt, außerdem hatten die Bayreutherinnen bis dahin beruhigende 103 Kegel mehr erzielt, für Lena Wilferth und Saskia Koch die besten Voraussetzungen, die Partie sicher nach Hause zu bringen. Etwas Zweifel kamen dennoch auf, als Wilfert (525) der starken Tagesbesten Kathrin Klose (605) glatt mit 0:4 unterlag und auch noch 80 Zähler einbüßte. Die beste Schützin Koch (575) ließ jedoch durch ihren 3,5:0,5 Sieg über Theresa Schubert (535) nichts mehr anbrennen und sorgte für die endgültige Entscheidung.

Durch das um 63 Holz bessere Gesamtergebnis (3.214:3.151) verdienten sich die Wagnerstädterinnen auch die letzten beiden Punkte.

Schützengilde beginnt mit Heimerfolg! 💚🖤

14.10.2020 | Tamara Böllath |
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Nach dem Abstieg aus der Zweiten Bundesliga feiern die Frauen der Schützengilde Bayreuth im Auftaktspiel der Bayernliga Nord einen 6:2 Heimerfolg über den SKK Raindorf.

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Nach dem Abstieg aus der Zweiten Bundesliga feiern die Frauen der Schützengilde Bayreuth im Auftaktspiel der Bayernliga Nord einen 6:2 Heimerfolg über den SKK Raindorf.

Schon zu Beginn verschafften die Tagesbeste Saskia Koch und Anne-Cathrin Haberstumpf ihren Farben eine gute Ausgangsposition. Koch (570) bezwang Tanja Kolbeck (532) mit 3,5:0,5 und Haberstumpf (540) gab der schwachen Sandra Grabe (468) mit 3:1 das Nachsehen.

Im Anschluss unterlag zwar Stefanie Landmann (524) mit 1:3 gegen Laura Holmeier (549), aber Tamara Böllath (530) zog nach einem 0:2 Satzrückstand noch mit 14 Zählern an Erika Brandl (516) vorbei. Vor dem Schlussabschnitt führten die Schützinnen 3:1 und hatten beruhigende 99 Kegel mehr erzielt.

Verena Lehner (511) musste dann Evelin Diermeier (563) mit 52 Holz den Vortritt lassen, jedoch hatte Daniela Dietel (558) Magdalena Brandl (520) jederzeit im Griff und fertigte diese glatt 4:0 ab. In der Endabrechnung waren die Wagnerstädterinnen 85 Kegel besser (3.233:3.148) und verdienten sich damit auch die letzten beiden Zähler.

Am Sonntag (18.10.2020) steht die Partie bei Unter Uns Bad Neustadt auf dem Programm. ☘

Ein Herz 💗 für Geflüchtete

28.09.2020 | Tamara Böllath |
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Artikel im Nordbayerischen Kurier 📰vom 26.09.2020

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Artikel im Nordbayerischen Kurier 📰vom 26.09.2020

Bayreuth. Die Vereinigten Schützengilden St. Georgen von 1720 und Bayreuth von 1623 e.V. sind Träger des mit 500 Euro dotierten 3. Sozialpreises des Vereins „Die Unabhängigen“ (DU). Beworben hatte sich der Traditionsverein mit einem besonderen Integrationsprojekt.

In diesem Jahr sollte groß gefeiert werden. Immerhin jährte sich die Gründung der ehemaligen Privilegierten Schützengesellschaft St. Georgen, annonciert per Dekret des Markgrafen Georg Wilhelm höchst persönlich, zum 300. Male. Aber dann kam Corona. Und verhagelte den Schützen dieses Großereignis. Blieb also nur eines: Man feierte sich selbst, Pandemie-gerecht, mit einem ausführlichen Rückblick nachzulesen auf der Vereinshomepage www.schutzengilde-bayreuth.de.

Baum der Integration

Umso schöner für die Schützen, dass im Jahr 2023 schon wieder Grund zum Feiern ist. Dann steht der 400. Geburtstag der am 23. Juni 1623 gegründeten Privilegierten Schützengilde Bayreuth an. Die beiden Traditionsvereine hatten sich im Jahre 1950 zu den Vereinigten Schützengilden St. Georgen von 1720 und Bayreuth von 1623 e.V. zusammengeschlossen. Zwischen den beiden großen Jubiläen aber planen die Schützen an ihrem Domizil Am Schießhaus 2 noch ein kleines, aber feines Fest. Sie wollen gemeinsam einen Baum der Integration pflanzen. Und damit ein sichtbares Zeichen setzen für gelebte Integration und Toleranz. Denn die Schützen, die den wohl ältesten Verein Bayreuths mit aktuell rund 240 Mitgliedern repräsentieren, kümmern sich seit dem Jahr 2016 in besonderer Weise um Geflüchtete aus aller Welt, die in Bayreuth nach Flucht und Vertreibung ein neues Leben suchen. Und schenken ihnen das Wertvollste, was man schenken kann: Zeit, Aufmerksamkeit, Wärme, Geborgenheit und Miteinander. Woche für Woche praktizieren die Vereinsmitglieder ohne großes Brimborium, aber mit viel Engagement, Integration. Und das, meinte die Jury des Vereins „Die Unabhängigen“ einvernehmlich, sei allemal einen DU-Ehrenamtspreis wert.

Gemeinsamkeit ist Trumpf

Das Miteinander zwischen Verein und Geflüchteten kam eher zufällig zustande. Verena Faßold, Jugendwartin in der Abteilung Sportkegeln und Vorstandsmitglied der Schützengilde, und der Arzt i. R. Günther Hinterobermeier, der die Willkommensgruppe St. Georgen koordiniert und dem Schützenverein seit vier Jahren angehört, wollten gemeinsam mit den jugendlichen Keglern den Geflüchteten nicht nur helfen, die deutsche Sprache zu lernen, sondern ihnen auch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten. Also luden sie Frauen, Männer und Jugendliche kurzerhand ins Schützenhaus ein. Ja, man kegelte zusammen. Aber man unterhielt sich auch, feierte, lernte sich immer besser kennen und warf auch das eine oderandere Vorurteil rasch über Bord. Bei Sport und Spiel nämlich, das wurde schnell deutlich, sind alle Menschen gleich. Und danach sitzen Vereinsmitglieder und Gäste häufig noch zusammen und tauschen sich aus. Über Länder, Gepflogenheiten, über das neue und das frühere Leben.

Abwechslung im Alltag

Das Integrationsprojekt, das von den Mitgliedern durch die Bank gerne mitgetragen wird, läuft seit nunmehr vier Jahren. Woche für Woche, außer während des Lockdowns natürlich. Dafür öffnet der Verein die Kegelbahn und auch das Fitnessstudio. Man geht aber auch zusammen wandern, trifft sich zum Grillen, Kanufahren auf dem Röhrensee oder spielt auf der vereinseigenen Minigolfanlage. Der Vorsitzende der Schützengilde, Harry Franken: „Ein Ziel der Aktion ist es, den Flüchtlingen während ihres Aufenthalts in Bayreuth eine Abwechslung in ihren Alltag zu bringen. Bei den Teilnehmern handelt es sich überwiegend um junge Menschen, die in Flüchtlingsunterkünften leben und – wie sichtbar wird – sich freuen, wenn sie sich sportlich bewegen können.“ Und, ganz nebenbei, lernt man in einem solchen Kreis die deutsche Sprache viel lieber und vergnügter als im Klassenzimmer.

Projekt für Freunde

Mittlerweile erhalten die Schützen bei ihrem beispielhaften Vorhaben auch regelmäßig Unterstützung von einer jungen Senegalesin: Tatjana Diouf, die an der Universität Bayreuth Ethnologie studiert, engagiert sich ehrenamtlich bei diesem „Projekt für Freunde“, das im Lauf der Zeit mehr als 200 Menschen aus Syrien, Irak, Ukraine, Afghanistan, Eritrea, Iran und vielen anderen Ländern wahrgenommen haben.

Zeichen der Hoffnung

Nun wollen die Schützen diesem Projekt ein kleines, lebendiges Denkmal setzen. Mit einem Baum der Integration, der am Schützenhaus gepflanzt werden soll, wollen sie nicht nur auf das Projekt selbst hinweisen, sondern auch nach außen ein Zeichen setzen – ein Zeichen des ältesten Bayreuther Vereins für Integration und Toleranz. Und die Hoffnung ist, dass dieses Bäumchen eines Tages Früchte tragen wird. Genau wie das Integrationsprojekt es längst tut.

Schützengilde feiert Jubiläum!

22.07.2020 | Tamara Böllath |
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Artikel im Nordbayerischen Kurier 📰vom 21.07.2020

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Artikel im Nordbayerischen Kurier 📰vom 21.07.2020

300 Jahre St. Georgener Schützen

13.07.2020 | Tamara Böllath |
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Eigentlich sollte am 12. Juli 2020 mit einem Festkommers das 300-jährige Vereinsjubiläum im größeren Kreise gefeiert werden. Leider lässt dies die aktuelle Situation nicht zu. Da jährte sich also zum 300. Mal, dass die Privilegierte Schützengesellschaft St. Georgen per Dekret von Markgraf Georg Wilhelm – aus einer starken Bürgermiliz heraus - gegründet wurde. Da stand die Ordenskirche in St. Georgen bereits 9 Jahre.

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Eigentlich sollte am 12. Juli 2020 mit einem Festkommers das 300-jährige Vereinsjubiläum im größeren Kreise gefeiert werden. Leider lässt dies die aktuelle Situation nicht zu. Da jährte sich also zum 300. Mal, dass die Privilegierte Schützengesellschaft St. Georgen per Dekret von Markgraf Georg Wilhelm – aus einer starken Bürgermiliz heraus - gegründet wurde. Da stand die Ordenskirche in St. Georgen bereits 9 Jahre.

So laden Sie die „Brannaburger Schützen“ – wie sie auch genannt werden - mit diesem Artikel zu einem historischen Rückblick ein, welcher die Verbindung des Schießsports mit Tradition, Stadt und Geschichte aufzeigt und an das Engagement der engagierten Vereinsvorfahren erinnern soll.

Die zum Gründungstag vom Markgrafen Georg Wilhelm überreichte weißseidene Fahne war geschmückt mit den Insignien des preußischen Roten Adlerordens, welche auf der einen Seite im Herzschild den Namenszug des Gebers, auf der anderen Seite den Schutzpatron der damaligen Stadt St. Georgen zeigt. Die deutlich ramponierte Vereinsfahne aus dem Jahre 1720 ist noch vorhanden, aber leider im Original nicht mehr vorzeigbar. Die jetzige Fahne wurde 1924 geweiht. Zu den umfangreichen Archivalien zählen - neben vielen anderen - auch der zinnerne und seltene „Willkomm“ mit Deckel aus dem Gründerjahr, an dem silberne Erinnerungsmünzen mit Emblemen und Widmungen angebracht sind. Daneben zeugen knapp 300 Schützenscheiben – auf alle Vereinsgebäude verteilt – von zelebriertem Schützensport, gepaart mit Tradition.

Die damalige, also ursprüngliche, Schießstätte befand sich unmittelbar hinter der Ordenskirche, da wo das Feuerhaus/Feuerwehrhaus und vormals das Stadtbräuhaus stand, und es wurde nach zwei Seiten großkalibrig geschossen: Richtung Riedelsberg/Friedhof auf die Scheiben und Richtung Brannaburger See auf den Vogel an der Stange. Anfangs war es eine sog. „fliegende Schießstätte“. D.h., dass das Schießhäuschen für die Dauer des Schießens aufgebaut wurde.

Während 1758 Markgraf Friedrich der „wohllöblichen Schützengesellschaft“ unentgeltlich Holz und Baumaterial für ihr baufälliges Schießhaus zur Verfügung stellte, war 12 Jahre später „das Schießhaus an einem gefährlichen Ort“! Es betraf den Ausbau der Bernecker Straße.

Auch wenn in den Folgejahren lt. Chronik „wenig los“ war bei den Schützen, erhielten sie 1772 eine von Herzogin Friederike Sophie gestickte Fahne von Markgraf Alexander überreicht. Dieser bewilligte die Aufstellung der Schießscheibe und der Vogelstange hinter dem „Kaufmann’schen Gute“ in einer Sandgrube, dort wo später die Schäferlein’sche Ziegelei erbaut wurde (östlich vom heutigen Hussengut).

Bevor es 1796 zum Kauf eines Grundstückes am Sandgraben für einen Schießplatz kam, gab es erhebliche Differenzen mit der Stadt St. Georgen am See.

Zwischenzeitlich (wir sind im Jahre 1806) kam es zu einer Verlegung des Schießplatzes resp. Schießhauses nach Ramsental, wegen Gefährdung der Anlage des Oberförsters Huss und des Verkehrs des Weges durch die Hohe Warte.

Der sehr kostspielige Bau des Schießhauses auf dem jetzigen Grundstück – genehmigt durch kgl. preuß. Ministerialerlass - verzögerte sich allerdings durch die Besetzung Bayreuths durch die Franzosen (Napoleon lässt grüßen!). Das Grundstück hatte eine Größe von 5/8 Tagewerk = 2.130 m².

Am 25.05.1811 – St. Georgen gehörte mittlerweile als Stadtteil zu Bayreuth, welche ja 1810 erstmals „bayrisch“ geworden war – erfolgte die Einweihung des Schießhauses unterhalb der Hohen Warte, welches damals nur aus der heutigen Gaststätte – ohne Saal oder Anbauten – bestand.

Da hatte man noch keinen so schönen Blick auf das Festspielhaus (Richard Wagner wurde ja erst 2 Jahre später geboren und den Siegesturm gab es auch noch nicht).

Der Chronist schreibt dann unter dem 1.8.1817: „Ein rabenschwarzer Tag, bequem gewordene Schützen, kein Nachwuchs, nur noch 19 Mitglieder und …überschuldet!“

In den Jahren 1812 – 1818 erfolgte die Vereinigung des Vermögens der Schützengesellschaft mit dem Kommunalvermögen. Neben den 5/8 Tagewerk des Schießhausplatzes betrug der damalige Besitz weitere 5/8 Tagewerk Oedung und 2 Tagewerk Land vom Brannaburger Weiher), also nach heutigen Maßtabellen: über 11.000 m², oder 1,1 Hektar .

(Ein schneller Vergleich zu heute: 10.287 m² Vereinsbesitz mit einem Verkehrswert von ca. 3 Mio Euro!.)

Jahrzehntelang waren also die „Brannaburger Schützen“ nur Pächter des nun städtischen Eigentums.

1860 erfolgte eine gründliche Erneuerung des Schießhauses unter Sixtus Jahrwart; kgl. preuß. Hofmaler und Schützenmeister, aber auch prädestinierter Maler vieler unserer wertvollen Schützenscheiben. Der Magistrat der Stadt Bayreuth steuerte 200 fl (Gulden) aus den Renten des Bürgergemeindevermögens bei. Das Vereinsleben blühte bis 1914 wieder auf, die Mitgliederzahlen nahmen deutlich zu und eine neue – deutlich privilegierte - Mitgliedschaft war vom Griff in den Zylinder mit 2 Kugeln in den Farben weiß und schwarz mit abhängig. Zog der Kandidat die weiße Kugel, war er aufgenommen. („Wenn trotz zweier Bürgen ein Neumitglied dennoch nicht gewünscht war, so befanden sich eben 2 schwarze Kugeln im Zylinder und er musste wieder ein Jahr bis zur nächsten Ballontage warten!“)

In den Kriegsjahren 1914 – 18 sandten die kriegsteilnehmenden Schützen regelmäßig Feldpostbriefe an ihren Schützenmeister Christoph Wild nach Hause; wie es ein beeindruckendes Kartenalbum im Vereinsarchiv – mit sehr persönlich gestalteten Feldpostkarten - belegt. Sie bedankten sich „aus dem Felde“ für Wurst und Zigaretten.

Als 1924 ein Schützensaal angebaut wurde, war das Schießhaus viele Jahre „Die Ausflugsgaststätte in Bayreuth“!

Unter den rührigen Schützenmeistern Hans Feulner und Hans Rotter konnte schließlich im Jahre 1928 das Anwesen der Schützen von der Stadt zurückgekauft werden, darüber hinaus der Grundbesitz durch den Ankauf von Nachbargrundstücken erweitert werden!

Inzwischen ist auch der „Schützenclub Bayreuth“ im Verein aufgegangen.

In Folge entstand ein Festplatz mit großer Sommerhalle in einer Linie mit der Schießhalle, Bäume wurden gepflanzt, Parkplatz angelegt…Hochblüte! Die Priv. Gilden St. Georgen hatten stolze 260 Mitglieder – alle ziemlich betucht!

Nach 1860 startenden die Priv. Schützengilden Bayreuth (gegr. 1623) bereits ihren 2. Versuch einer Fusion mit den „Brannaburgern“. Doch diesmal trugen die St. Georgener die Nase etwas hoch!

1936 übertrug sich nochmal die Euphorie der Olympischen Spiele in Berlin mit großen Festumzügen und…Hakenkreuzsymbole mischten sich unter die Schützenfahnen – auch das ist Geschichte…überliefert in Chroniken.

1939-1945: Auch die Schützenvereine wurden verboten und teilweise übergeleitet in nationalsozialistische Gruppierungen. Eine Gedenktafel an der Schützenhausfassade erinnert mit einer namentlichen Auflistung an die gefallenen Schützenbrüder.

Nach Kriegsende waren scharfe Waffen nicht zugelassen und das Luftgewehr belebte allmählich den Aufwärtstrend beim Neuaufbau des Schützenvereins. Man gedachte der Gefallenen und versuchte die Sachwerte, Schützenscheiben, Archivalien zusammen zu suchen. In dieser Anfangszeit der „neuen Zeit“ lagerten unsere Archivalien in der Porzellanfabrik Walküre. Zeitweise war das Schützenhaus sogar Lazarett.

Es war ein hartes Ringen, ehe es 1950 zum Zusammenschluss mit den ehem. Priv. Bayreuther Schützen, gegr. 1623, kommen konnte. Diese verloren – nach dem Umzug vom Schützenplatz in die Saas im Jahre 1900 ihr dortiges Schützenhaus (NS-Motorradschule!), also in den „Dreißiger Jahren“ durch „Enteignung“ und waren heimatlos, aber auch mittellos!!

1956 übernimmt der spätere OB der Stadt Bayreuth, Hans-Walter Wild, die Institution eines Schützenkommissärs (übrigens nur bis 1961). Da stellte man nämlich fest, dass wegen eines Formfehlers bei der Vereinsfusion (keiner der beiden fusionierten Vereine wollte seinen Namen aufgeben) die ehemals privilegierten Gesellschaften zu einem „eingetragenen Verein“ wurden.

In den folgenden Jahren können wir auf Erzählungen, Geschichten und Erinnerungen lebender Zeitgenossen zurückblicken:

Im Jahre 1962 erfolgte der Bau und schließlich die Einweihung einer originalen Minigolfanlage auf über 4.000 qm mit - heute noch – 18 Bahnen durch Mitglied und bayerischen Finanzinister, Dr. Konrad Pöhner.

1974 Abriss und Neubau einer neuen Luftgewehranlage (10 Meter) und Bau und Einweihung der Kegelbahnanlage (4 Bahnen) nach Gründung einer entsprechenden zweiten Vereinsabteilung.

Es folgten sehr hektische Zeiten mit neuer Vereinsführung:

1981 dann die Finanzkrise: angedachte oberirdische Scharfschießanlage wurde zur Illusion. Nachbareinspruch, Infragestellung der gewährten Zuschüsse, Emissionsschutz! Auflösung/Teilverkauf??

Nur mit dem Verkauf der früheren 300-Meter-Schießbahnen (heute steht da die Maisonettenanlage) und dem Einsatz engagierter Vorstandschaft (u.a. heutigem Ehrenvors. Volker Gottfried, Ehrenmitgliedern Hans Hagen, Gerhard Gruber, Horst Schwede und leider schon verstorbenen Mitstreitern, wie Hans Pöhlmann, Manfred Otzdorf, Herrmann Embacher, Klaus Kadatz, Wilhelm Schwemmlein und anderen) konnte 1983 der Ausbau zum Schießsportzentrum mit der Anlage einer unterirdischen Schießanlage für scharfe Kurz- und Langwaffen (5 Stände á 25 resp. 50 Meter) verwirklicht werden.

In dieser Zeit gründete sich in der freigewordenen Schießhalle das „Theater im Schützenhaus“, die Ursprungsstätte für den „Brannaburger Kulturstadl“ und der „Studiobühne Bayreuth“ – verbunden mit den Namen Adolf Brunner und Werner Hildenbrand.

In dem leeren Raum leistete sich der Verein dann 1990/1991 den Einbau eines Fitness-Studios, welches sich heute noch großer Beliebtheit erfreut.

Ab 1997 übernahm Harry Franken – übrigens bis heute - den Vereinsvorsitz.

An den Folgekosten vorgenannter Maßnahmen (z.B. Abbau der Bankkredite) hatten die Vereinsvorstände noch bis 2005 zu knabbern. Ab dann war der Verein schuldenfrei und hatte schließlich eine sagenhafte Eigenkapitalquote von über 99 % (!) vorzuweisen.

Die Schützen konnten wieder zwingende Investitionen in die Vereinsimmobilie vornehmen:, Unterkellerung des Gaststättensaales mit Lagerräumen aus Edelstahl für gepflegten Wirtschaftsbetrieb des vereinseigenen Restaurants, Totalerneuerung der Kegelbahnen bereits in 2001, Pflasterung des großen Parkplatzes, Umgestaltung des Freigeländes. Aber auch 5 Pächterwechsel in der Schützenhausgaststätte in 10 Jahren waren – nicht nur finanziell – zu verkraften.

Schießsportliche und Gesellschaftsereignisse kamen aber auch nicht zu kurz und waren mitprägend für den Ruf der Gilden:

20 Jahre lange bereicherten sie das Bayreuther Volksfest mit dem „Volksfestschießen für Jedermann“ mit Luftgewehr und Armbrust, in enger Patenschaft mit dem Fremdenverkehrsverein Bayreuth. Mit unseren dortigen Partnern (Jo Schumacher, Werner Geisler) waren eine Handvoll engagierter Mitglieder an der Organisation von Festumzügen zur 800-Jahr-Feier (1994) und zur Europäade (1999) mit über 4.500 resp. 6.500 Teilnehmern maßgeblich beteiligt. Und zum 10. St.-Georgener-Bürgerfest schoss man traditionell mit der Armbrust auf den Vogel an der Stange.

Dass Eigentum verpflichtet und ein Sportzentrum sehr viele Investitionen erfordert, zeigten die letzten 10 Jahre sehr deutlich auf:

Erneuerung aller Fenster, Dachdämmung und neue Heizung für Restaurant im alten Schießhaus. Weitere energetische Maßnahmen, wie Dämmung der Außenwände des Flachbaues, neue Heizung auch für Schießhalle und Kegelbahnen, reduzierten aber auch die Kosten für Strom, Gas und Wasser um 50 %!

Mit viel Eigenleistung erneuerten die Brannabuerger 2017 die marode Minigolfanlage mit dem Kiosk. Die Flachdachsanierung über den Sportgebäuden kostete vor 3 Jahren alleine über 100.000,- Euro. Auch neue Geräte in der Wirtschaftsküche des vereinseigenen Restaurants mussten angeschafft werden.

Im Jahre 2015 übergab die aufgelöste „Schützengesellschaft Moritzhöfen von 1881“ Ihre Vereinsarchivalien: u.a. wertvolle Zinnpokale und ca. 50 tolle Schützenscheiben, zur Pflege der Erinnerung. Dem kommt der Traditionsverein gerne nach.

Immer wieder einmal fragt das Haus der Bayerischen Geschichte um Überlassung alter Scheiben für Ausstellungen nach. Immerhin ist ja eine stattliche Sammlung von ca. 300 Stück zu bewundern. Besonders historisch bedeutsame Scheiben hängen als Dauerleihgaben im Historischen Museum der Stadt Bayreuth und im Gartenbaumuseum Fantaisie. Und lediglich eine verließ den Besitz der Gilden. Auf Wunsch des OB Hans-Walter Wild ging sie als Gastgeschenk zum 20-jährigen Partnerschaftsjubiläum nach Annecy und ist dort in der Vitrine im Rathaus ausgestellt.

In den Jahren 2017 und 2018 sorgte eine „Übergangsvorstandschaft“ – wollen wir es mal so sehr zurückhaltend benennen – für viel Chaos im Traditionsverein. Es sollte eine Ausrichtung zu einem kommerziellen und deutlich risikobehafteten Schießstättenneubau und –betrieb erfolgen, unter Aufgabe, Abriss und Verkauf des gesamten Grundstücks mit kompletter Vereinsimmobile !!!

Es konnte gerade noch abgewendet werden, dank des Zusammenhalts und der Einsicht der Mitglieder und einstimmiger Ergebnisse bei der Mitgliederhauptversammlung im Juli 2018. Erneut führt seither – wie 20 Jahre zuvor – Harry Franken erneut die Gilden als deren 1. Vorsitzender.

Mit vielen freiwilligen Arbeitsstunden und erneutem finanziellen Aufwand wirkten Schützen und Kegler im Schulterschluss diesem Ansinnen entgegen und schufen die Voraussetzungen, auch mit viel Arbeitseinsatz, zur Wiederinbetriebnahme der vorübergehend geschlossenen Schießstätten und Kegelbahnen.

“300 Jahre“ Vereinigte Schützengilden St. Georgen von 1720 u. Bayreuth von 1623 e.V., Am Schießhaus 2 in Bayreuth: Ein Auf und Ab – wie eigentlich überall im Leben.

Die Brannaburger Schützen fanden oft die Unterstützung durch die Stadt Bayreuth, über Fördermittel und manchmal auch moralisch. Verlässliche Partner sind die treuen Sponsoren, z.B. Werbepartner durch Bandenwerbung. Die Brauerei Gebrüder Maisel – von ihnen beziehen die St. Georgener Schützen seit über 116 Jahren ihre Getränke auf dem gesamten Vereinsgelände – war mit den Mitgliedschaften ihrer Familienmitglieder stets verlässlicher Partner an der Seite.

Verschärfte Bestimmungen zur Schießstätten-RL und die Zunahme ordnungspolitischer Aufgaben treffen die Sportschützen schwer.

Und auch wenn eine aktuell völlig absurde Diskussion über eine weitere Verschärfung des Waffenrechts erneut geführt wird und Gesetzentwürfe uns Sportschützen und den Ehrenamtlichen das Leben erschweren und diskreditieren, ja diffamieren: Sportschützen stehen zu ihrem Sport und zur Tradition.

Aktuell engagieren sich Mitglieder mit verschiedenen sozialen Projekten, wie z.B. hinsichtlich der Integration von Flüchtlingen und in der Jugendförderung.

Auch wenn das Vereinslied nur noch sehr selten gesungen wird so heißt es doch: „Steige hoch du roter Adler, hoch über Sumpf und Sand, hoch über dunkle Kiefernwälder,……und so fort

Kein Unfall oder Körperschaden oder gar Waffenmissbrauch überschattet die 300 Jahre gelebte Vereinsgeschichte. Auch dafür sind alle sehr dankbar.

Ein Schützenspruch lautet aber auch: „Vereint sich schützen – einander nützen!“

So können die Gildenmitglieder stolz sein, bewahrt und ausgebaut zu haben:

Vereinseigene und intakte Immobilien mit gepflegtem Restaurant, Saal und Biergarten, funktionalen Schießstätten mit unterirdischer Scharfschießanlage, 4 Kegelbahnen mit 8 Mannschaften im Spielbetrieb, einem Fitness-Studio und der großen originalen Minigolfanlage mit 18 Bahnen.

Wenn der Wind den wenigen Ehrenamtlichen stets stärker um die Ohren pfeift:

In 3 Jahren soll das 400-jährige Jubiläum der ehemals Bayreuther Schützen, gegr. 1623, in einem würdigen Rahmen gefeiert werden..

Harry Franken, 1. Vors.

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