Es war die erste unserer Schützenscheiben, welche vom Haus der Bayerischen Geschichte für die Landesausstellung „Bayern & Preußen - & Bayerns Preußen“ auf der Plassenburg (Kulmbach) vom 8. Juli bis 10. Oktober 1999 ausgewählt wurde.
Diese Scheibe (Öl/Holz) stammt vom 1. Sept. 1867 und stellt – als Zeitdokument – die „OCCUPATION BAYREUTHS DURCH DIE PREUSEN“ am 28. Juli 1866 in der Bahnhofstraße dar.
Sie zeigt mittig Reiter der preußischen und mecklenburgischen Truppen, denen die Bayreuther Bevölkerung mehr oder minder gleichgültig zusieht. Der Empfang war also alles andere als freundlich. Denn es folgte der militärisch erzwungene Anschluss resp. Unterordnung. An den Stadtenden standen sich gegen Abend des 28. 7.1866 die vier preußischen Infanteriebataillone und ein Kavallerieregiment mit starken Geschützen und ein bayerisches Infanteriebataillon gegenüber. Nach vereinbarter Waffenruhe zogen sich die unterlegenen Bayern zurück, wurden jedoch tags darauf von den preußischen Truppen verfolgt und es kam zum letzten Gefecht bei Seybothenreuth. Die nach 1810 entstandenen bayerischen Sympathien waren wieder passé. Aber schon 1870 ging es gemeinsam nach Frankreich, der Bayreuther Siegesturm von 1870/71“ gibt ein monumentales Zeugnis davon.